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Marienmünster setzt auf Geschlossenheit und klare Prioritäten
Mit der Einbringung des Haushaltsplans 2026 haben Bürgermeister Kai Schöttler und Kämmerer Maximilian Tuma die finanzielle Lage der Stadt Marienmünster offen und realistisch dargestellt. Die kommunalen Haushalte stehen landesweit unter erheblichem Druck – steigende Umlagen, wachsende Pflichtaufgaben und strukturelle Belastungen schränken die Handlungsspielräume zunehmend ein.
Schöttler sprach dabei von strukturellen Herausforderungen, die viele Städte und Gemeinden gleichermaßen betreffen: „Die Probleme sind nicht hausgemacht, sondern Ausdruck einer kommunalen Finanzstruktur, die vielerorts an ihre Grenzen stößt. Gerade deshalb müssen wir umso sorgfältiger wirtschaften und klare Prioritäten setzen – notwendig vor wünschenswert.“
Ein bewusst gesetztes Signal des Haushalts ist, dass Bürgerinnen und Bürger nicht zusätzlich belastet werden: „Wir haben uns entschieden, Steuern und Gebühren stabil zu halten. Es wäre ein falsches Signal, die aktuell offensichtlich überall vorhandenen Strukturprobleme auf dem Rücken unserer Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen auszutragen.“
Kämmerer Maximilian Tuma ordnete die Zahlen fachlich ein und betonte die angespannte, aber beherrschbare Situation: „Der Haushalt zeigt deutlich, dass unsere finanziellen Spielräume enger werden. Ein großer Teil der Mittel ist durch Pflichtaufgaben gebunden – insbesondere Umlagen und gesetzliche Leistungen. Umso wichtiger ist ein konsequentes Haushaltsmanagement und eine klare Prioritätensetzung.“
Tuma verwies zudem auf die steigende Bedeutung der Liquiditätssteuerung: „Investitionen und laufende Verpflichtungen müssen sorgfältig ausbalanciert werden. Unser Ziel ist es, die Handlungsfähigkeit der Stadt langfristig zu sichern, ohne zukünftige Generationen übermäßig zu belasten.“
Der Bürgermeister hob hervor, dass der Haushaltsentwurf das Ergebnis intensiver gemeinsamer Arbeit sei: „Dieser Haushalt wurde in enger Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltung erarbeitet. Mein Dank gilt unserem neuen Kämmerer Maximilian Tuma und allen Kolleginnen und Kollegen, die in den vergangenen Wochen mit großem Einsatz daran gearbeitet haben.“
Kritisch äußerte sich Schöttler zur zunehmenden Abhängigkeit von Fördermitteln: „Förderprogramme sind wichtig, ersetzen aber keine verlässliche Grundfinanzierung. Kommunen brauchen Planungssicherheit statt immer neuer Antragsschleifen.“ Gleichzeitig werde die Stadt weiterhin jede sinnvolle Fördermöglichkeit nutzen.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Rede war die Bedeutung der kommunalen Zusammenarbeit: „Wir sind Teil einer kommunalen Familie – viele Herausforderungen treffen uns alle gleichermaßen.“ Deshalb sei Geschlossenheit auch im Rat entscheidend: „Sachliche Diskussion gehört dazu. Aber am Ende brauchen wir gemeinsame Entscheidungen, die unsere Stadt voranbringen.“
Die kommenden Wochen stehen nun im Zeichen intensiver Beratungen. Ziel bleibt ein ausgewogener Haushalt, der Stabilität sichert, notwendige Investitionen ermöglicht und Marienmünster auch unter schwierigen Rahmenbedingungen handlungsfähig hält.
