Aktuelles
Der Bürgermeister berichtet
Die Stadt Marienmünster hat in den vergangenen Jahren umfangreich in Kindergärten, Grundschule, Sportstätten, Radwege, Feuerwehr, Glasfaser, Bauplätze, das Gewerbegebiet, die Sicherstellung der medizinischen Versorgung und vieles mehr investiert. Das mit diesen Anstrengungen verfolgte Ziel war und ist es, unseren Bürgerinnen und Bürgern ein attraktives Lebensumfeld zu bieten und gleichzeitig Zuzug von außen zu fördern.
Ansporn war auch, die Prognose, dass die Einwohnerzahl bis 2040 um über 1.500 Personen sinken könnte, nicht wahr werden zu lassen. Ein solcher Rückgang hätte gravierende Folgen für alle hier lebenden Menschen, weil die unvermeidbaren Fixkosten – etwa für Abwasserbeseitigung und Frischwasserversorgung, Straßenbau und städtische Einrichtungen – dann auf deutlich weniger Köpfe verteilt werden müssten.
Nicht zuletzt durch die genannten Maßnahmen konnten wir in den letzten fünf Jahren die Einwohnerzahl nahezu stabil halten, und es sind mehrere junge Familien nach Marienmünster gezogen.
Herausforderungen in Vörden
Auch ein ansprechendes Ortsbild und lebendige Treffpunkte sind entscheidend für die Attraktivität eines Dorfes. In Vörden wirken sich die Schließung zweier traditionsreicher Gasthöfe, Leerstände im Ortskern und ungestaltete Ortsdurchfahrten negativ auf das Erscheinungsbild aus.
Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, hat der Stadtrat in seiner letzten Sitzung einstimmig das von der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) erarbeitete „Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept“ (ISEK) beschlossen. Dieses Konzept ist Voraussetzung für eine Förderung im Rahmen der Städtebauförderung des Landes NRW.
Vorausgegangen waren viele, teils sehr kontrovers geführte Beratungen sowie intensive Planungen, um von den anfangs genannten hohen Kosten herunterzukommen.
Kernmaßnahmen des ISEK sind:
- die Aufwertung des Eichenhains und der Seitenbereiche der Amtsstraße
- die Umnutzung des ehemaligen Gasthofs Weber zu einem multifunktionalen Bürgerhaus
Bürgerhaus im ehemaligen Gasthof Weber
Die Investition in das alte Gasthaus Weber wird in der Öffentlichkeit zum Teil kontrovers diskutiert. Deshalb hier einige Fakten:
Ein dauerhaft leerstehendes, großes und zentral gelegenes Gebäude schadet dem Ortsbild erheblich. Gleichzeitig fehlt in Vörden ein sozialer Treffpunkt – ein wichtiger Faktor für die Dorfentwicklung. Zudem benötigt die Musikschule Räume, da die offene Ganztagsschule die Klassenräume am Nachmittag selbst nutzt. Dies waren die Hauptgründe für den Kauf des Gebäudes durch die Stadt.
Der Saal und die Kegelbahn sind für die Ortsgemeinschaft zu groß und nicht wirtschaftlich zu betreiben; sie sollen daher abgerissen werden. Das Erdgeschoss des verbleibenden Gebäudes wird zunächst als Bürgerhaus und für die Musikschule genutzt. Das Obergeschoss soll Vereinen als Lagerfläche und als Reservefläche dienen.
Die Gesamtkosten – inklusive Grunderwerb – sind von einem renommierten Architekturbüro und mehreren Fachplanern auf rund 2,3 Mio. € kalkuliert worden (ohne die vorgenommenen Einsparungen waren es 3,4 Mio. €). Nach Abzug der erwarteten Fördermittel und zugesagten Eigenleistungen des Fördervereins verbleibt für die Stadt ein Eigenanteil von insgesamt 376.000 €. Hierin enthalten sind bereits die Kosten für den Grunderwerb.
Weitere Fördermöglichkeiten
Besonders positiv für das Ortsbild ist auch die 60-prozentige Förderung von Modernisierung und Instandsetzung ortsbildprägender, sanierungsbedürftiger privater Immobilien im Ortskern Vörden. Hierzu zählen unter anderem Maßnahmen an Fassaden, Dächern, Hofflächen und Einfriedungen. Entscheidend ist, dass möglichst viele Eigentümer diese attraktiven Fördermöglichkeiten nutzen.
Darüber hinaus fördert das Land mit 60 % den Erwerb, Rückbau oder die Sicherung von „Problemimmobilien“.
Im Falle einer Bewilligung würden sich die durchschnittlichen jährlichen Haushaltsbelastungen der Stadt Marienmünster für alle Projekte in den kommenden Jahren auf rund 140.000 € belaufen. Die Gesamtförderung durch Bund und Land würde etwa 2,8 Mio. € betragen.
Ich drücke der Stadt die Daumen, dass die ganzen Anstrengungen nun durch einen Förderbescheid belohnt werden und wir die Tür in die Städtebauförderung geöffnet bekommen, auf dass sich das Stadtbild in den nächsten Jahren nachhaltig zum Positiven verändert.
