Neues aus Marienmünster
Liebenswerte ostwestfälische Hartnäckigkeit
Unterstützung aus Düsseldorf für eine Verwaltungsgemeinschaft zwischen Nieheim und Marienmünster hat MdL Kai Abruszat (links), mit Rainer Vidal und Robert Klocke (rechts), versprochen. Foto: Wilfert
»Liebenswerte ostwestfälische Hartnäckigkeit«
Kai Abruszat lobt Vorhaben der Kommunen
Nieheim (nf). Die Verwaltungsgemeinschaften von Kommunen sollen zum großen Wurf mit überparteilicher Note werden. Kai Abruszat, Sprecher der FDP im Ausschuss für Kommunalpolitik in Düsseldorf und früherer Beigeordneter aus Porta Westfalica, hat sich jetzt in Nieheim in die Reihe der Politikervisiten mit dem Ziel eingereiht, eine mögliche zukünftige Verwaltungsgemeinschaft zwischen den Städten Marienmünster und Nieheim zu unterstützen.
Der FDP-Politiker sicherte den beiden Bürgermeistern Rainer Vidal (Nieheim) und Robert Klocke (Marienmünster) seine Unterstützung zu, machte aber auch deutlich, dass der Erfolg nicht durch Schnellschüsse gefährdet werden dürfe.
Die Landespolitik muss sensibilisiert werden, Verwaltungsgemeinschaften über alle Parteigrenzen hinweg auf eine solide Basis zu stellen. Abruszat lobte das von den beiden kleinsten nordrhein-westfälischen Gemeinden ausgehende Projekt als Ausdruck einer »liebenswerten ostwestfälischen Hartnäckigkeit«, mit der sich hier zwei Bürgermeister für eine solche Partnerschaft stark machten. Es zeuge von politischer wie strategischer Klugheit, einen Prozess im Zuge der Freiwilligkeit anzukurbeln, obwohl die Verwaltungen beider Städte gut funktionierten.
Dieser Aspekt spielte für Robert Klocke eine große Rolle, denn beide Verwaltungen würden auf einem hohen Niveau arbeiten. Vidal zum grundlegenden Problem: »Wenn mein Kämmerer längere Zeit ausfällt, kann ich schon keinen Haushalt mehr aufstellen.«
Der FDP-Landtagsabgeordnete sprach sich für eine mehrstufige Vorgehensweise aus, um am Ende zu einem soliden rechtlichen Rahmen zu kommen. Im Blickfeld müsse der Bürger bleiben, der auf ortsnahe wie leistungsfähige Dienstleistungen der Verwaltungen vertraue und auf praktikable, passgenaue Lösungen vor Ort. Hier spielten auch die Personalentwicklung und die künftigen Probleme eine gewichtige Rolle, aufgrund des sich abzeichnenden Fachkräftemangels immer den besten Verwaltungsnachwuchs zu finden. Gleichzeitig sprach Abruszat sich für eine wissenschaftliche Begleitung des Projekts aus. Von Ostwestfalen könne so durchaus ein Modelcharakter ausgehen, denn der Handlungsdruck sei in den 396 Kommunen des Landes trotz ganz unterschiedlicher Strukturen ebenso vorhanden.
Die Gesetzgebung würde von den Erfahrungen aus Nieheim und Marienmünster profitieren. »Hier könnten die Bürgermeister bei den Anhörungen im Landtag als Experten auftreten«, glaubt Abruszat. Unterstützung für die Pläne haben bereits die Kommunalaufsicht in Höxter und bei der Bezirksregierung Detmold signalisiert.
Artikel vom 18.08.2012